Ein Werkstoff von gestern, heute und morgen

Glas, ein fester, in seiner überwiegenden Masse nicht kristalliner, spröder anorganischer Werkstoff, der keinen definierten Schmelzpunkt besitzt, sondern mit steigender Erwärmung ohne sprunghafte Änderung seiner Eigenschaften in einen weichen und schließlich flüssigen Zustand übergeht. Glas gehört zu den amorphen Körpern; es besitzt eine flüssigkeitsähnliche Struktur, jedoch eine so hohe Viskosität, daß es als fester Körper zu bezeichnen ist. Der technisch wichtigste Glasbildner ist Siliciumdioxid (Si02), das in der Natur nahezu rein als Quarzsand vorkommt. Der Schmelzpunkt dieses Glasrohstoffes liegt jedoch so hoch (über 11000C), daß aus ihm nur Spezialglas hergestellt wird. Normalerweise wird der Glasschmelzsand mit Soda, Pottasche, Glaubersalz und anderen den Schmelzpunkt erniedrigenden Flußmitteln versetzt. Ein aus Sand und Soda oder Pottasche allein zusammengesetztes Gemenge schmilzt schon unterhalb von 8000C, das entstandene Glas ist jedoch nicht haltbar, es ist in Wasser löslich. Es werden deshalb Stabilisatoren in Form von Kalkstein (einschließlich Marmor und Kreide), Dolomit, Basalt o.ü. zugesetzt. Da auch die reinsten Glassande Spuren von Eisen- und Titanoxid enthalten, besitzen alle im Alltag verwendeten Gläser einen mehr oder weniger ausgeprägten Grünstich. Mit Hilfe von Glasmacherseifen, wie Braunstein, Salpeter oder Arsenoxid, die als ,,Entfärbungsmittel" der Schmelze zugesetzt werden, kann dieser Grünstich überdeckt werden.

   Quelle: Brockhaus




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